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SV Affalterbach auf Tour

 Auf Initiative und unter der Leitung von Cornelia Heinecke hat eine kleine Gruppe des SV Affalterbach am Dienstag, 19.2., einen Ausflug gemacht. Leider war durch Krankheit die ohnehin geringe Anzahl der Teilnehmer/innen weiter geschrumpft.

 

Es ist f├╝r das Zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl unter den Mitgliedern sicher gut, wenn in einem Verein neben den satzungsgem├Ą├čen auch andere Dinge gemacht werden. Schade nur, dass bei diesem Ausflug nur so wenige dabei waren, sie haben viel vers├Ąumt!

 

 

 

Conny hat sich gro├če M├╝he gemacht und durch eine ausgefeilte, wohl durchdachte, gute Organisation den Mitfahrern und Mitfahrerinnen und hoffentlich auch sich selbst und Ihrem Ehemann einen tollen Tag beschert.┬á

 

Mit Privat-PKWÔÇśs sind wir um 8:00 Uhr Richtung Oberndorf/ Neckar los gefahren. Hier hatten wir die M├Âglichkeit, die weltweit bekannte Firma┬áFeinwerkbau┬ázu besichtigen. Der auch f├╝r die ├ľffentlichkeitsarbeit zust├Ąndige Mitarbeiter von Feinwerkbau, Herr M├╝ller, hat uns freundlich begr├╝├čt und zun├Ąchst mit der Geschichte der Oberndorfer Waffenhersteller bekannt gemacht. Aus den Mauser-Werken der Vorkriegszeit entstanden nach dem Ende des 2. Weltkrieges jeweils durch die Zusammenarbeit zweier Ingenieure die Firmen Feinwerkbau sowie Heckler & Koch. Daneben ├╝bernahm die Firma Rheinmetall den Teil der Mauser-Produktion, in welchem Maschinenwaffen im Mittelkaliber f├╝r Flugzeuge, Panzer und Schiffe hergestellt wurden und wieder werden.

 

Nach der netten und informativen Begr├╝├čung f├╝hrte uns Herr M├╝ller durch alle Fertigungsabteilungen bei Feinwerkbau. Mit viel Sachverstand zeigte und erl├Ąuterte er uns alle wichtigen Einzelschritte bei der Produktion von Luftdruckwaffen und KK-Gewehren. Man kann sich als Laie nicht vorstellen, was alles n├Âtig ist, bis zum Schluss so ein sch├Ânes und hochpr├Ązises Sportger├Ąt fertig ist.

 

Ganz besonders hat uns alle beeindruckt, wieviel von au├čen nicht sichtbare Ingenieurskunst beispielsweise im Abzugsblock von Luftdruckwaffen steckt. Diese Teile werden heute vollautomatisch auf CNC-Maschinen gefertigt. Oder was bei der Herstellung der L├Ąufe beachtet werden muss oder warum Druckluftkartuschen nicht als R├Âhren, sondern aus dem vollen Material gearbeitet werden m├╝ssen oder, oder, oderÔÇŽ

 

Auf alles ging Herr M├╝ller geduldig ein und hat die vielen Fragen so beantwortet, dass wir den Sinn dieses oder jenes Arbeitsganges verstanden haben. Wichtig war ihm auch1000000, darauf hin zu weisen, dass alle Einzelteile der bei Feinwerkbau gefertigten Sportger├Ąte mit Ausnahme der Holzsch├Ąfte und der langen Druckluftkartuschen f├╝r die Luftgewehre in Oberndorf von FWB selbst hergestellt werden.

 

Und nachdem die an genauestes Arbeiten gew├Âhnte Belegschaft von FWB nicht immer mit der Produktion von Sportwaffen ausgelastet werden kann, hat sich die Firma ein zweites Standbein durch das Herstellen von Pr├Ązisionsteilen aus Metall f├╝r andere Industriezweige geschaffen.┬á

 

Feinwerkbau produziert die verschiedenen Waffentypen bis zu einem gewissen Fertigungsstand vor und hat so eine gewisse Menge an ÔÇ×RohlingenÔÇť von Waffen vorr├Ątig. Die endg├╝ltige Fertigung der verschiedenen Ausf├╝hrungen erfolgt sp├Ąter dann nach den Anforderungen des Marktes oder auch kundenbezogen.

 

Diese wirklich hochinteressante F├╝hrung, f├╝r die Conny (vermutlich auf Aussage von Herrn M├╝ller) eine Stunde im Tagesablauf eingerechnet hatte, ging dann nach gut 90 Minuten zu Ende. Conny hat sich bei Herrn M├╝ller durch die ├ťberreichung eines Gastgeschenkes bedankt, wonach auch Herr M├╝ller jedem Teilnehmer von uns eine T├╝te mit Prospektmaterial und n├╝tzlichen Kleinigkeiten ├╝bergab und der Hoffnung Ausdruck verlieh, dass er uns gerne wieder einmal durch die Firma Feinwerkbau f├╝hren w├╝rde.

 

Im Anschluss daran sind wir zum Gasthaus ÔÇ×L├ÂwenÔÇť in Dornhan-Marschalkenzimmern zum Mittagessen gefahren und haben uns dort vom Koch verw├Âhnen lassen, jede/r nach dem eigenen Geschmack.

 

Um 14:00 Uhr waren wir p├╝nktlich dann beim Waffen-Museum wieder in Oberndorf, welches dort zusammen mit dem Heimat-Museum im sogenannten ÔÇ×SchwedenhausÔÇť untergebracht ist. Das Eintrittsgeld und die Kosten f├╝r den Museumsf├╝hrer ├╝bernahm freundlicherweise die Vereinsleitung. Das Waffen-Museum zeigt haupts├Ąchlich die Entwicklung der Firma Mauser, welche aus der W├╝rttembergischen Gewehrfabrik hervorgegangen ist, die im Jahr 1811 durch einen Erlass des w├╝rttembergischen K├Ânigs Friedrich gegr├╝ndet wurde.┬á

 

Der Erfolg der W├╝rttembergischen Gewehrfabrik war anfangs m├Ą├čig, die Mitarbeiterzahlen schwankten zwischen 50 und 150. Erst als im Jahr 1874 die Br├╝der Wilhelm und Paul Mauser die Gewehrfabrik ├╝bernahmen, begann der steile Aufstieg der Oberndorfer Waffenproduktion. Der sp├Ąter geadelte Paul Mauser stellte Verbindungen her zu den damaligen Herrschern auf dem Balkan, dem Osmanischen Reich und zu Schweden. Diese L├Ąnder lie├čen sich vom technischen Vorsprung und von der Qualit├Ąt der in Oberndorf produzierten Waffen ├╝berzeugen und erteilten gro├če Auftr├Ąge. Deshalb erstellte man in Oberndorf den Schwedenbau und im orientalischen Stil auch einen T├╝rkenbau. Dort wohnten die Offiziere der jeweiligen L├Ąnder, die f├╝r die Abnahme der f├╝r sie produzierten Waffen zust├Ąndig waren. Der T├╝rkenbau wurde im 2. Weltkrieg besch├Ądigt und nach dem Krieg leider abgerissen, das Schwedenhaus steht jedoch heute noch und beherbergt u.a. auch das Waffenmuseum.

 

Interessant war neben dem Werdegang der Mauser-Werke mit den vielen Exponaten der Waffen aus verschiedenen Epochen auch, dass die Mauser-Werke in den Zeiten nach den verlorenen Weltkriegen sich auf die Herstellung anderer Produkte spezialisiert hatten, z.B. pr├Ązise Messwerkzeuge, aber auch N├Ąhmaschinen, sogar Autos und nach dem 2. Weltkrieg unter anderem auch mechanische Rechenmaschinen.

 

Gegen 17:00 Uhr waren dann alle Teilnehmer des Ausflugs vom vielen Sehen und Nachfragen (und Stehen) so zufrieden, vielleicht auch etwas m├╝de, dass wir nach einem gemeinsamen Foto gerne die Heimreise antraten und relativ gut durch den um Stuttgart immer z├Ąhen Verkehr zu Hause ankamen.

 

Beim Verabschieden haben alle Teilnehmer an Conny Heinecke ihren gro├čen Dank zum Ausdruck gebracht. Alle waren hoch zufrieden mit diesem tollen Tag und der Profi-Organisation von Cornelia - VIELEN DANK!